Pubertät ohne Pickel – geht das?


Leider zählt die Akne zu den häufigsten Hauterkrankungen in der Jugend.

Dem Anstieg der Geschlechtshormone haben wir es zu verdanken, dass die Talgdrüsen mehr Fett produzieren. Fettige Haut, fettige Haare sowie eitrige Pusteln und Mitesser sind die Folgen.

Was tun?

Nach wie vor spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle, aber auch Bewegung und der eigene Lebensstil sind Faktoren, die unser Hautbild beeinflussen. Bin ich Raucher oder Nichtraucher, gehe ich abends spät ins Bett oder rechtzeitig, bewege ich mich an der frischen Luft oder liebe ich meine Couch, trinke ich regelmäßig Alkohol oder ernähre ich mich gesund, von diesen Faktoren hängt vieles ab.

Fetthaltige Nahrungsmittel, wie z.B. Pommes, Chips, Schokolade oder Fast-Food-Gerichte, können die Talgdrüsen anregen und damit für mehr Hautfett sorgen. Ebenso stehen Lebensmittel wie z.B. Weißmehlprodukte, Kuchen und Kekse, sowie Süßigkeiten, die für einen schnellen Anstieg des Blutzuckerspiegels sorgen, im Verdacht, die Talgdrüsen anzuregen.

Aktuelle Untersuchungen zeigen außerdem, dass Jugendliche, die öfters ein Glas Milch trinken, egal ob fetthaltig oder fettarm, mehr Akne haben.

Milchprodukte sind hierbei anders zu bewerten, da fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Kefir den Körper mit günstigen Darmbakterien versorgen.

Wer gestresst ist, hat auch oft eine unreine Haut.

Stress löst eine ganze Armee von Hormonen und Prozessen im Körper aus. Selten können wir in der heutigen Zeit unserem Urinstinkt der Flucht nachgehen und die Stresshormone dadurch abbauen. Es würde in der Schule negativ auffallen, wenn jeder Schüler bei Stress aus der Schule rennt. Bis diese Stresshormone im Körper abgebaut werden, haben sie aber leider auch schon für mehr Hauttalg und sogar für Entzündungen gesorgt.

Jeder Jugendliche kann seinen Körper unterstützen, indem er

  • Fettreiche Nahrungsmittel (Chips, Flips etc.)
  • Nahrungsmittel mit schnellen Kohlenhydraten (Süßigkeiten, Softdrinks etc.)
  • Vollmilch oder fettarme Milch
  • Stress

reduziert oder fast ganz darauf verzichtet.

Nahrungsmittel mit vielen Ballaststoffen, wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, sollten dagegen öfters am Tag konsumiert werden.

Seit ungefähr zehn Jahren hat die Forschung auch unseren Darm entdeckt. Durch neue Testmöglichkeiten wächst die Flut an Studien zu unserer Darmflora und immer mehr Darmkeime werden entdeckt. Mittlerweile weiß man, dass der Darm nicht nur eine Verdauungsfunktion hat, sondern viel mehr in unserem Körper beeinflusst, wie z.B. Haut, Haare, Psyche, Gewicht und auch bei vielen Erkrankungen ein Wörtchen mitredet.

Gerade bei Akne lohnt sich die Unterstützung mit probiotischen Keimen, besonders die Milchsäurebakterien (Lactobacillus) beruhigen die Haut und mindern Entzündungsprozesse.

Diese Keime bleiben am liebsten im Darm, wenn sie auch das nötige Futter bekommen.

Hier ist es sinnvoll, gerade präbiotische Nahrungsmittel zu essen sowie solche, die besonders reich an Antioxidantien (Radikalfänger) sind.

Nahrungsmittel, die reich an Antioxidantien sind:

  • Alle dunklen und roten Obstsorten (Granatapfel, Cranberrys, Pflaumen, Erdbeeren, Kirschen, fote Weintrauben) und alle Beerensorten
  • Dunkle Schokolade
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kidneybohnen)
  • Aber auch Spinat und Paprika (rot)
  • Gewürze wie z.B. Oregano, Basilikum und Kurkuma
  • rote und schwarze Säfte als Schorle

Präbiotische Nahrungsmittel sind z.B.:

  • Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Bärlauch, Schnittlauch
  • Chicorée, Spargel, Pastinaken, Tomaten
  • Roggen, Hafer
  • Haferflocken, Bohnen, Erbsen, Linsen, Gerste
  • Joghurt, Kefir, Buttermilch
  • Mandeln, Leinsamen
  • Kaffee
  • Bananen, Äpfel mit Schale

Auch Öle mit einem hohen Anteil an Omega 3-Fettsäuren (Lein-, Raps-, Hanf- und Walnussöl), die Einfluss auf Entzündungsprozesse in unserem Körper nehmen, sollten in die tägliche Ernährung eingebaut werden.

Voraussetzung bei allen Ernährungsumstellungen ist der Wille des Jugendlichen. Die Akne muss so sehr nerven, dass der Motivation nichts mehr im Wege steht. Genauso wichtig sind Eltern, die bei der Umstellung unterstützen und die hier aufgeführten Nahrungsmittel immer mehr in den Alltag integrieren. Gemeinsam macht alles viel mehr Freude und der Erfolg stellt sich schneller ein.

Aus meiner Erfahrung als Ernährungsberaterin, weiß ich, dass sich eine Umstellung immer lohnt.