Das Baby ist da!

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Babys!

Etwas Wunderbares ist geschehen, Sie sind Eltern geworden und können endlich Ihr Baby im Arm halten und kennenlernen. Rund um die Uhr begleiten Sie Ihr Baby und wachsen langsam zu einer Familie zusammen.

Eltern wird man mit der Geburt des Kindes, doch Eltern sein ist ein Prozess für den Sie sich Zeit lassen sollten.

Sehen Sie daher die ersten Monate als eine Art Kennenlernphase. Nehmen Sie sich zunächst einmal Zeit, gehen Sie nicht am dritten Tag nach der Geburt Ihres Kindes einkaufen. Laden Sie nicht am vierten Tag die ganze Verwandtschaft zum Baby schauen ein.

Direkt nach der Geburt

Die Geburt liegt hinter Ihnen. Für manche verläuft die Geburt nach Wunsch. Alles was man sich erhofft hat, konnte in Erfüllung gehen. Für Andere war die Geburt mit großer Anstrengung und Erschöpfung verbunden. Sie fühlen sich ausgelaugt, müde, erschöpft und sehnen sich nach Ruhe.

Die Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis für jede Frau. Viele haben Wünsche und Träume, die sie unter den Wehen dahinrennen sehen. Auf einmal ist man fremdbestimmt und hat das Gefühl, nichts mehr in der Hand zu haben. Die Vorfreude auf das große Glücksgefühl, das sich beim Anblick des Babys einstellen sollte, ist ausgefallen. Sofort fühlt man sich schuldig, glaubt eine schlechte Mutter und jetzt schon den Anforderungen des Alltags nicht gewachsen zu sein.

Dabei sollte man wissen: Damit der Körper eine Geburt einleiten kann, muss das Hormon Progesteron in die Tiefe sausen. Das war das Hormon, das uns in der Schwangerschaft so gut hat aussehen lassen. Die Haut war schön, die Haare fielen nicht aus und wir fühlten uns rundum wohl. Um die Wehen einzuleiten, saust dieses Hormon nun in den Keller. Deshalb sind nach der Geburt nicht nur die vielen Eindrücke zu verarbeiten, auch der Körper fährt hormonmäßig Achterbahn.

Gefühlschwankungen, Stimmungsschwankungen begleiten uns in dieser ersten Zeit.

In einem Moment freuen wir uns und im nächsten Moment sind wir den Tränen nahe. Dieses Auf und Ab der Gefühle ist auch für den Partner eine echte Herausforderung. Väter berichten mir oft in dieser Zeit: „Ich weiß nie was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme. Einmal ist sie gut gelaunt, das nächste Mal weint meine Frau und ich muss mich sofort um das Baby kümmern.“

Zeit zum Reifen und zum Wachsen bedeutet jetzt auch Zeit zu haben sich auszuruhen, zu schlafen, das Baby einfach nur anzuschauen, zu streicheln, Stille und Ruhe zuzulassen, zu weinen und sich zu freuen. Nehmen Sie sich Zeit für sich, Ihr Baby und Ihre Gefühle.

Eltern zu werden ist ein sehr beglückendes Gefühl und gleichzeitig eine große Herausforderung. Viele Fragen drängen sich in den Vordergrund und manche Eltern spüren auf einmal Ängste, die vorher nicht da waren.

Jedes Baby ist anders, lernen Sie es kennen!

Um sich auf Ihr Baby einzulassen, brauchen Sie Ruhe und Zeit. Beobachten Sie Ihr Baby, um seinen Rhythmus kennenzulernen und sich auf ihn einzuspielen.

Ihr Baby ist einzigartig und man kann es mit keinem anderen Baby auf dieser Welt vergleichen. Mit der Geburt bringt Ihr Baby sein Temperament und seinen Charakter mit.

In einer Gruppe von Babys (im PEKiP-Kurs) sieht man sofort, dass jedes Kind unterschiedlich ist. Nicht nur der Ess-, Schlaf- und Wachrhythmus, sondern auch die Bewegung, die Neugier, das Weinen und Lachen unterscheiden sich von anderen Babys.

Lassen Sie sich auf das Abenteuer ein und lernen Sie Ihr Baby kennen.

Tipps und Ratschläge von Eltern, Schwiegereltern und guten Freundinnen beruhen immer auf den Erfahrungen mit dem eigenen Baby. Deshalb kann man häufig viele der gut gemeinten Ratschläge überhaupt nicht beim eigenen Baby umsetzen. Aber man kann sich Gedanken machen und am eigenen Baby beobachten, ob sich der Ratschlag vielleicht individuell umsetzen oder verändern lässt.

Herausforderung Alltag mit Baby

Während der Schwangerschaft stellt man sich viele Fragen, z.B.: Kann ich das Kind überhaupt liebhaben? Was mache ich den ganzen Tag zu Hause mit dem Kind?

Ist das Baby einmal geboren, finden sich die Antworten auf diese Fragen sehr schnell.

Manche Babys wollen alle 2 Stunden trinken und man hat das Gefühl, dass man zu nichts anderem kommt. Erst um die Mittagszeit merkt man, dass man noch immer seinen Pyjama trägt.

Keine Nacht ist gleich. Es gibt immer wieder Nächte, die besonders anstrengend sind und dann sollte man sich am Tag Zeit nehmen, sich auszuruhen und zu schlafen.

Eltern eines Schreibabys zu sein ist eine große Herausforderung. Ein schreiendes Baby zu beruhigen, ist nicht immer leicht. Das Schreien des Babys lässt uns immer verzweifelter werden und das ist sehr anstrengend. Der mangelnde Schlaf, die ständig angespannte Haltung bringen uns an unsere Grenzen.

Eltern glauben oft, dass das Schreien des Babys ein Zeichen für Schmerzen oder Blähungen sei, oder dass sie etwas falsch machen. Aber gerade das Baby in den ersten 3 Lebensmonaten ist noch sehr unreif. Es sehnt sich nach dem Gewohnten im Mutterleib zurück und wird gleichzeitig überreizt von vielen Sinneseindrücken, die es noch nicht verarbeiten kann. Babys brauchen in dieser Zeit viel Hautkontakt, wiegende Bewegungen, beruhigendes Saugen und tröstende Laute.

Im Alter von 3 Monaten vollzieht sich ein großer Entwicklungsschritt. Das Baby nimmt mehr wahr. Das Baby ist wacher, nimmt mehr am Alltag teil und belohnt uns mit seinem Lächeln.

Die Wahrnehmung verändert sich und das Kind lernt sich selbst besser zu regulieren. Ab dieser Zeit wird das Handling des Babys durchschaubarer und leichter.

 Ein Baby verändert unter Umständen die ursprüngliche Planung

Während der Schwangerschaft ist man sich noch sicher, bald wieder in die Berufstätigkeit zu gehen. In unserem Kopf können wir uns sehr viele Dinge vorstellen, aber wir vergessen dabei, dass wir uns auf ein Gefühl nicht vorbereiten können. Das Gefühl sein Baby im Arm zu halten, es anzuschauen und zu streicheln ist mehr als überwältigend. An dieses große Gefühl der absoluten Liebe konnten wir in der Vorbereitungsphase noch nicht denken, und so werden die Karten neu gemischt, wann wir in die Berufstätigkeit starten.

Auch Gedanken ein Studium oder eine Weiterbildung während des ersten Lebensjahres begleitend durchzuführen kommen in den Sinn.

Schauen Sie selbst, was machbar ist, aber gönnen Sie sich viel Zeit mit Ihrem Kind. Diese Zeit ist gerade im ersten Lebensjahr sehr kostbar, denn der Mensch lernt nie mehr so viel und in einem so schnellen Tempo wie im ersten Lebensjahr. Es ist eine Freude dem Baby bei dieser rasanten Entwicklung zuzusehen.

Das erste Jahr ist nicht nur ein wichtiges Jahr für das Baby, sondern auch ein wichtiges Jahr auf Ihrem Weg als Eltern. Nehmen Sie sich Zeit für beides!