Ein Geschwisterchen kündigt sich an

Ein Geschwisterchen kommt auf die Welt

Herzlichen Glückwunsch! Sie erwarten Nachwuchs und Ihr älteres Kind ein Geschwisterchen. Neben den Vorkehrungen für den Säugling und Ihrer Vorfreude, liegt auch in Bezug auf Ihr erstes Kind eine lange Zeit der Vorbereitung vor Ihnen, die Sie sinnvoll nutzen sollten! Dabei kommt es zunächst auf das Alter Ihres Kindes an.

Kinder ab dem 6. Lebensjahr entwickeln mit der Schulreife auch die Fähigkeit, Dinge globaler zu sehen. Kinder ab diesem Alter kann man sehr gut in die Vorbereitungen mit einbeziehen, sie zum Ultraschall mitnehmen und ihnen viele Dinge erklären. Versteht das Kind in diesem Alter etwas nicht, so wird es nachfragen und Sie können geduldig seine Fragen beantworten.

Je jünger das Geschwisterkind ist, desto wichtiger sind die Worte, die Sie zum Erklären wählen.

Kleinkinder von 2-4 Jahren kann man gut mit Hilfe von Büchern auf das Geschwisterkind vorbereiten. Allerdings sind Kinder in diesem Alter mehr Gefühl als Verstand, d.h. man kann ihnen zwar erklären, was alles passieren kann, wenn ein Baby zur Familie gehört, das Kleinkind kann sich aber noch nicht in die Situation einfühlen. Es weiß nicht, welche Gefühle in ihm ausgelöst werden, wenn es das Baby ständig auf dem Arm der Eltern sieht oder wenn das Baby andauernd schreit. Diese Gefühle stellen sich erst ein, wenn das Baby geboren ist.

Überlegen Sie gut, mit welchen Worten Sie das Baby ankündigen und bleiben Sie ehrlich.

Tipp: Sprechen Sie ehrlich mit Ihrem Kind. Versprechen Sie ihm keinen Spielkameraden mit den Worten: „Dann kannst du ganz viel mit dem Baby spielen.

Bleiben Sie bei der Wahrheit und erklären Sie Ihrem Kind: „Wenn das Baby da ist, hat Mama nicht mehr so viel Zeit für dich. Das Baby trinkt oft an der Brust oder bekommt eine Flasche. Am Anfang schläft es öfters am Tag und wenn es Hunger hat, oder es ihm nicht gut geht, wird es weinen, da es noch nicht sprechen kann. Das kann auch ganz schön laut werden. Ist das Baby da, müssen wir uns zum Spielen verabreden. Wenn ich Zeit habe, teile ich dir das mit und dann holen wir unser gemeinsames Spiel nach. Du kannst mir auch helfen, das Baby braucht sehr oft eine frische Windel und dann darfst du mit auf dem Wickeltisch sitzen und auch den Po sauber machen.“

Dies sind alles Beispiele für eine ehrliche Sprechweise. Wählen Sie Bücher aus, die nichts schönreden, sondern realistisch den Alltag mit einem Säugling schildern.

Gerade Kleinkinder können ihre Kraft und Feinfühligkeit noch nicht einschätzen und entsprechend einsetzen.

Einige Geschwisterkinder sind sehr grob in ihren Handlungen dem Baby gegenüber. Diese Feinfühligkeit muss erst erlernt werden. Unsere Aufgabe als Eltern ist hier immer wieder einfühlend dem Kind das Streicheln und Liebkosen zu zeigen. Wichtig ist, dass wir immer das Benennen, was das Kind tun soll: „Mach „Ei“ bei dem Baby, streichel ganz zart über seinen Arm.“ Schreien Sie nicht sofort los, wenn Ihr älteres Kind zu grob ist, schenken Sie ihm nicht zu viel negative Aufmerksamkeit, sondern zeigen Sie Geduld und reagieren Sie einfühlsam. Es ist nicht die Absicht Ihres Kleinkindes, dem Baby wehzutun. Zeigen Sie immer wieder, wie es das Streicheln umsetzen kann.

Auch das Baby selbst kann hier klare Grenzen setzen. Entspannen Sie sich und greifen Sie auch einmal nicht sofort ein, sondern beobachten Sie die Situation ganz genau. Sehr viele Babys genießen das fest angefasst werden von den großen Geschwistern und zeigen dies mit Freude, Lachen und einem Glucksen. Sehr oft lacht das Baby mit den Geschwisterchen mehr als mit Erwachsenen. Wir können uns noch so anstrengen, aber Kinder haben einen ganz engen Draht zu Babys.

Sollte das Baby weinen, ist das ein klares Signal für das Geschwisterkind. Dem Weinen gehen Signale des Babys voraus. Diese Zeichen immer wieder zu bennen und sie dem Älteren mitzuteilen ist sehr wichtig.

Ein Beispiel: „Schau wie Paul jetzt seinen Mund verzieht, er hat aufgehört zu lachen und sieht ganz erschrocken aus. Jetzt wird er gleich weinen“. Das Lesen dieser Zeichen ist ganz schwer für Kleinkinder im Alter von 2-4 Jahren. Empathisches Verhalten lernen Kinder erst um das 4. Lebensjahr herum. Voraussetzung für Empathie ist, dass das Kind sich selbst mit seinen Gefühlen wahrnimmt und diese benennenn kann.

Überfordern Sie ihr älteres Kind nicht und bleiben Sie geduldig.

  • Weint das Baby, wenn es zu fest gedrückt wird, ist dies für das ältere Kind gut als Zeichen zu erkennen
  • Babys sind robuster als man glaubt
  • Lassen Sie Ihr Baby nie mit dem Kleinkind allein. Kinder können in diesem Alter noch keine Verantwortung übernehmen. Beobachten Sie und gehen Sie ganz schnell nachsehen, wenn es still wird.
  • Nach einiger Zeit kennt das ältere Kind das Baby sehr gut und kann sich mit dem neuen Tagesablauf gut arrangieren.