„Ich will noch spielen!“ Sehr oft, wenn ich mein Kind vom Kindergarten abhole, höre ich diesen Satz. Manchmal gehe ich dann nach Hause und komme in einer Stunde wieder. Wie soll ich mich verhalten?

Diese Frage ist mir von vielen Beratungsgesprächen sehr vertraut und wird mir oft gestellt.

Sehen wir uns die Situation aus Sicht des Kindes an und stellen uns die Frage, was hinter diesem Verhalten steckt.

Das Kind hat das Recht mitzuteilen, dass es gerade intensiv spielt und noch keine Zeit zum nach Hause gehen hat. Auch wir wollen nicht sofort unsere Arbeit beenden, wenn wir zum Gehen gerufen werden.

Das Kind braucht eine Zeit, um sich vom Spiel verabschieden zu können. Zeigen Sie Mitgefühl und sagen Sie z.B.: „Hallo Peter, wir wollen jetzt nach Hause gehen. Ich sehe du bist richtig toll am Spielen. Schade, dass du dein Bauen jetzt beenden musst, ich gebe dir deshalb noch fünf Minuten Spielzeit.“

Diese Aussage ist eine klare Ansage, zeigt aber Verständnis und Mitgefühl für Ihr Kind.

Trotz dieser Ankündigung darf Ihr Kind natürlich weinen und sauer sein und nicht nach Hause gehen wollen. Das ist ebenso sein Recht.

Bleiben Sie jetzt standfest und wiederholen Sie Ihre Aussage mit ähnlichen Worten, wie z.B.: „Ich verstehe, dass du sauer (oder traurig) bist, aber leider ist deine Spielzeit vorbei und wir gehen jetzt heim.“

Zeigt Ihr Kind öfters das Verhalten, noch länger im Kindergarten bleiben zu wollen, ist dies erst einmal als ein sehr gutes Zeichen zu deuten. Es teilt Ihnen mit, dass es sich im Kindergarten wohl fühlt und dort gerne spielt.

Besprechen Sie mit Ihrem Kind, falls es die Möglichkeit gibt, länger in der Einrichtung zu bleiben, ob Sie ihm dies vielleicht zwei oder drei Tage in der Woche ermöglichen. Schaffen Sie hier feste Regeln. Das Kind soll nicht die Möglichkeit haben, über sein Verhalten täglich zu bestimmen, wann es länger bleiben darf oder wann seine Eltern wieder nach Hause gehen.

Klare Absprachen im Vorfeld sind wichtig, damit sich alle Partner auf die Situation einstellen können und jeder achtsam in der Familie behandelt wird.