Mein Baby hat ein verkürztes Zungenbändchen, kann aber gut saugen und umschließt die Brustwarze. Der Arzt hat mir von einem Schnitt abgeraten. Was meinen Sie?

Das Zungenbändchen ist ein Häutchen zwischen Zunge und Mundboden.

Manche Säuglinge haben ein verkürztes Bändchen, was sich bei starker Verkürzung durch eine herzförmige Zunge zeigt, die nicht aus dem Mund geschoben werden kann.

Beim Stillen muss die Zunge über die untere Kieferleiste gelegt werden, um für das Saugen einen Unterdruck zu schaffen und durch wellenförmige Bewegungen die Milch aus der Brust zu drücken.

Immer wieder berichten mir die Mütter in meinen PEKiP-Kursen, dass der Arzt das Bändchen nicht durchtrennen will, da das Trinken an der Brust keine Probleme bereitet.

Ich informiere die Mütter über folgende Punkte, um für sich eine gute Entscheidung zu treffen:

Zur Entwicklung benötigt der Körper Druck und Zug. Auch die Zunge ist ein Muskel und ihre Aufgaben sind vielfältig.

• Sie dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern auch der Sprache. Viele Laute können nur mit Hilfe der Zunge gebildet werden, wie z.B. d, t, s, n und ganz besonders das l benötigt die Zunge.

• Ebenso hat die Zunge die Aufgabe Druck auf den Gaumen auszuüben. Nur durch Druck von Zunge und Unterkiefer wird der Gaumen zum Wachstum angeregt.

Viele Kinder werden später, wegen eines zu schmalen Oberkiefers vom Kieferorthopäden behandelt und es folgt eine Gaumennahterweiterung.

Es kommt nicht nur auf das Saugen und Sprechen an, sondern die Zunge darf in ihrer Funktion nicht eingeschränkt sein.

Ich hoffe, ich konnte Sie genügend aufklären, um nun den richtigen Schritt zu gehen.