Mein Kind steht auf Zehenspitzen – darf das sein?

Zwischen dem achten bis zehnten Lebensmonat entwickelt sich bei den meisten Babys das Krabbeln, Sitzen und Stehen. Diese drei Entwicklungsschritte folgen in unterschiedlicher Reihenfolge aufeinander.

Viele Eltern erkennen erst jetzt, wie angenehm ruhig die Zeit davor war. Denn von nun an beginnt das Kind alles zu entdecken, was in seiner Reichweite liegt und steht und kann keine Sekunde mehr aus den Augen gelassen werden.

Das erste Hochziehen passiert meist an geeigneten Gegenständen und lässt das Kind voll Stolz umherblicken. Es ist das erste Mal, dass das Kind allein auf seinen Beinen und Füßen steht. Das Stehen muss erst gelernt werden und vor allem das wieder Herunterkommen stellt zunächst eine Herausforderung dar. Das Kind ruft am Anfang laut nach den Eltern oder fällt um, bis es die Bewegung durch fleißiges Üben automatisiert hat.

Das Baby steht von Beginn an auf dem ganzen Fuß.

Natürlich streckt es sich manchmal, um interessante Gegenstände von einer höheren Position zu erwischen und stellt sich für kurze Zeit auf seine Zehen. Im Anschluss kehrt es jedoch immer wieder auf den ganzen Fuß zurück.

Kinder, die auffallend oft auf den Zehenspitzen stehen, sollten einmal einem Osteopathen, Physiotherapeuten oder PäPKi-Therapeuten gezeigt werden. Meist ist der Zehenspitzenstand ein Zeichen für eine Verspannung der hinteren Rückenmuskulatur, die gelöst werden muss. Durch den Zehenspitzenstand verkürzt sich sonst die Wadenmuskulatur und ein Stehen auf dem ganzen Fuß wird immer schwieriger.

Aussagen von Kinderärzten wie z.B. „Das wird sich noch entwickeln!“ führen in eine Sackgasse. Ein Körper, der sich motorisch optimal entwickelt, steht auf einem ganzen Fuß.