„Sorge gut für dich selbst, um auch gut für dein Kind sorgen zu können!“

Dieser Spruch hängt im Eingangsbereich unseres Eltern-Kind-Zentrums. Während einer PEKiP-Kurseinheit verwende ich diesen Spruch als Einstieg für eine offene Gesprächsrunde, um die momentane Selbstfürsorge der Mütter/Väter zu erfahren.

Vieles verändert sich nach der Geburt. Es braucht Zeit, um eine Familie zu werden und zu erkennen, dass man jetzt einen 24-Stunden-Job angenommen hat.

Kein Tag und keine Nacht gleicht der anderen. Immer, wenn man glaubt, dass man jetzt eine Regelmäßigkeit erkennen kann, ändert sich der Rhythmus des Kindes und Eltern müssen sich wieder auf das Neue einstellen.

Keiner kann 100% Zeit und Energie für seine Kinder und seine Familie geben. Es müssen Zeitfenster geschaffen werden, um Kraft und Energie zu tanken, denn wenn der Akku einmal ganz leer ist, dauert es umso länger, bis er sich wieder füllt.

Es ist wichtig, diese kleinen Auszeiten bewusst wahrzunehmen und zu genießen. Auszeiten bedeuten Innehalten, sich Zeit für sich zu nehmen, dankbar für den Tag sein und sich an die vielen kleinen Glücksmomente erinnern. Je mehr wir im Einklang mit uns selbst sind, umso energievoller können wir wieder starten. Vergleichen Sie die Auszeiten nicht mit Ihrem vorherigen Leben, mit Kind ist alles anders.

In der offenen Runde werden von Eltern z.B. folgende Auszeiten beschrieben, die ganz kleine Kraftquellen sein können:

  • Alleine duschen
  • Alleine ein erholsames Bad nehmen
  • Alleine einkaufen gehen
  • Alleine auf die Toilette gehen
  • Allein im Auto ganz laute Musik hören
  • Während dem ersten Tagesschlaf des Kindes in Ruhe einen Tee oder Kaffee trinken
  • Mit der Freundin oder Mutter telefonieren
  • Spazierengehen an der frischen Luft, auch mit Kinderwagen
  • Sich bewusst eine Auszeit nehmen, wenn Unterstützung durch Eltern, Schwiegereltern oder Babysitter vorhanden ist
  • Sich einen Abend für Sport in der Woche frei nehmen
  • Sich einen Abend Zeit für das Weggehen mit Freunden/innen nehmen, usw.

Nur wenige Eltern können sich zu Beginn einer Schwangerschaft vorstellen, dass alleine zu duschen sich einmal zum Highlight des Tages entwickeln wird.

Eltern haben die Pflicht und das Recht, gut für sich zu sorgen. Sie sind ganz eng, im ersten Lebensjahr besonders die Mutter, mit dem Kind verbunden. Das Baby öffnet unser Herz und ist über dieses damit auch eng mit unseren Gefühlen verbunden.

Geht es den Eltern schlecht, spiegelt sich das auch im Verhalten des Babys. Je entspannter die Eltern mit den Herausforderungen umgehen, je gelassener sie sich dem Baby zuwenden, umso mehr Sicherheit und Bindung kann das Baby tanken.

Gelassenheit kann nur gelebt werden, wenn ich von meinem Leistungsdenken und meinen hohen Ansprüchen und Anforderungen Abstand nehme. Keine Wohnung muss jetzt perfekt gestylt und geputzt sein. Im Griff hat man seinen Alltag jetzt nicht mehr. Jeder Tag ist ab jetzt ein Abenteuer und eine Überraschung. Starten Sie mit dieser Neugier in den Tag, dann machen Ihnen die Wäscheberge, die Wollmäuse in den Ecken oder die Erkenntnis, schon wieder keine Zeit für ein warmes Essen gehabt zu haben, bald nichts mehr aus.

Gehen Sie liebevoll mit sich um! Überfordern Sie sich nicht und vor allem: Fordern Sie nicht zu viel von sich. Das Wichtigste ist, dass es Ihnen und Ihrem Kind gut geht. Dass Sie Zeit gefunden haben, mit Ihrem Kind zu spielen und es beim Spielen zu beobachten, Zeit zum Kuscheln und Schmusen hatten und alles mit einer Langsamkeit durchführen konnten, die für alle entspannend war.

Die Dinge, die liegen geblieben sind, können auch am Abend gemeinsam mit dem Partner erledigt werden.