Mein acht Monate altes Baby hat sein Schlafverhalten verändert und schreit, sobald ich das Zimmer verlasse. Mache ich etwas falsch?

Große Entwicklungsschritte verändern andauernd den Rhythmus Ihres Babys. Immer wieder glaubt man als Eltern: Jetzt haben wir es geschafft, das Baby schläft problemlos allein ein, schläft fast schon durch und kann sich lange Zeit allein beschäftigen.

Und dann ist manchmal schon am nächsten Tag alles anders.

Der achte Monat ist z.B. so ein Zeitpunkt. Zu diesem gehört die Achtmonatsangst. Doch was verbirgt sich dahinter?

Ab dem achten Monat entwickelt sich die Objektpermanenz. Bisher glaubte das Baby, dass ein Gegenstand nicht mehr existiert, sobald dieser z.B. mit einem Tuch verdeckt wird. Ab jetzt beginnt es zu begreifen, dass dieser Gegenstand auch dann noch vorhanden ist, obwohl er nicht mehr sichtbar ist. Das heißt, das Baby schaut jetzt unter das Tuch oder wie viele Mamas berichten, schaut das Baby auch unter Krabbeldecke und Teppich.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass das Baby von nun an auch versteht, dass seine Eltern noch da sind, wenn sie den Raum verlassen. Es achtet daher besonders bewusst darauf, ob seine Eltern noch bei ihm sind. Der enge Kontakt mit der Bezugsperson ist nach wie vor sehr wichtig für das Baby. Aus diesen Gründen weint das Baby sofort, sollten die Eltern den Raum verlassen, es möchte mitgenommen werden.

Dieser Entwicklungsschritt ist sehr wichtig für die Entwicklung des Kindes und das Lernen. Die neue Erfahrung und Fähigkeit verunsichert das Kind jedoch erst einmal. Es braucht in dieser Zeit umso mehr Körperkontakt und muss seine Bindung zu seinen Eltern stärken.

Lassen Sie Ihr Kind nicht allein. Nehmen Sie es immer mit, egal in welchen Raum Sie gehen. Erst wenn Ihr Baby wieder genug Sicherheit bzw. Bindung getankt hat, wird es wieder einige Zeit allein spielen können.

Gehen wir von der motorischen Entwicklung aus, können sich jetzt alle Babys Drehen und der Körper übt bei manchen bereits den Vierfüßlerstand. Wie ich schon in vielen anderen Berichten erwähnt habe, muss jede Motorik automatisiert werden. Das bedeutet, dass das Gehirn dem Körper des Babys unentwegt sagt: „Übe den Vierfüßlerstand!“, egal ob es müde ist oder schlafen will.

Sie können sich sicherlich vorstellen, wie anstrengend es ist, im Vierfüßlerstand einzuschlafen. Sie müssen in dieser Übergangszeit Ihr Kind vor seinem eigenen Körper retten. Legen Sie Ihr Baby in seine Schlafposition und streicheln sie sanft mit leichtem Druck über seinen Körper, so dass ein Üben des Vierfüßlerstands nicht mehr möglich ist.

Wie Sie lesen, finden große wichtige Entwicklungsschritte statt, helfen Sie Ihrem Baby diese erfolgreich zu durchschreiten!