Wenn ich mit meinem vier Monate alten Baby in der Stadt unterwegs bin, ist es immer ruhig und lieb. Komme ich heim, kippt die Stimmung um und es schreit. Ist es ihm zu Hause zu langweilig?

Diese Situation wird mir von vielen Eltern geschildert. Deshalb ist Ihre Frage berechtigt, da es den Anschein hat, dass die Stille zu Hause Langeweile und ein Unwohlsein beim Baby auslöst.

In die Stadt gehen heißt in Geschäfte gehen, viele Menschen treffen, in viele Gesichter blicken, laute Musik hören und vor allem wahnsinnig viele Eindrücke erleben.

Dies alles löst bei vielen Babys gerade im ersten Lebensjahr Stress aus.

Die Wahrnehmung des Babys lernt jeden Tag dazu und benötigt Zeit zum Entwickeln. Alles ist neu für Ihr Baby und es wacht täglich auf und hört anders, sieht anders und fühlt anders. Immer wieder neue Sinneserfahrungen zu machen ist anstrengend und löst bei zu vielen Eindrücken Stress im Körper aus.

Akuter Stress kann oft nicht sofort über Schreien entladen werden. Manche Babys sind so geschockt von den Eindrücken, dass sie nur still wahrnehmen können. Dieser angestaute Stress entlädt sich dann, wenn das Baby im sicheren zu Hause ist, im Arm von Mama oder Papa liegt und weiß, dass es jetzt liebevoll gehalten wird.

Beobachten Sie Ihr Baby in akuten Stresssituationen, lernen Sie die Zeichen Ihres Babys zu lesen. Manche Babys bewegen sich sehr wenig bei Überforderung, zeigen ein eingefrorenes Verhalten mit starrem Blick, wenig Lidschlag und geben gepresste Geräusche von sich.

Gerade im ersten Lebensjahr gilt hier der Satz: „Weniger ist mehr.“ Für ein Baby ist der Anblick eines Baumes im Wind mit den vielen Bewegungen der Blätter schon absolut aufregend und spannend.

Gehen Sie kleine und ruhige Schritte und schützen Sie Ihr Baby vor Lärm und Menschenmassen.