Wenn Lesen, Schreiben und Rechnen zum Albtraum werden!

Hurra mein Kind kommt in die Schule und ein neuer Lebensabschnitt beginnt!

Sehen wir in die strahlenden Kindergesichter, so nehmen wir die Freude, Anspannung und große Erwartung der Kinder wahr, die eingeschult werden.

Aber nicht nur für das Kind beginnt ein neuer Lebensabschnitt, sondern auch für die Eltern.

Anfangs entwickelt sich alles unauffällig, doch mit der Zeit spüren Eltern, dass irgendetwas nicht rund läuft. Oft können Eltern es noch nicht in Worte fassen, sie beobachten ihr Kind, das sehr lange an den Hausaufgaben sitzt. Sie glauben vielleicht, es sei unkonzentriert und arbeite langsam. Doch der ehrliche Versuch des Kindes, aufmerksam zu sein endet sehr schnell in Ermüdung und Frustration.

Eltern, die mit ihren Kindern in meine Praxis kommen, berichten, dass ihre Kinder Buchstaben oder Zahlen verwechseln. Viele Kinder schreiben spiegelverkehrt und haben große Mühe, die Zeilen einzuhalten.

Manche Kinder sind weder in der Lage in ihren Unterlagen für die Schule eine gewisse Ordnung zu halten, noch zu Hause in ihrem Zimmer.

Beim Schreiben und Zeichnen drücken sie oft so stark auf, dass die Blätter tiefe Rillen bekommen und die Stiftspitzen abbrechen.

Auch der Umgang mit der Schere fällt vielen Kindern schwer.

Anstatt zu lesen, lernen die Kinder alles auswendig, was nur eine begrenzte Zeit durchführbar ist.

Lesen, Schreiben und Rechnen sind komplexe Handlungen.

Sie setzen voraus, dass verschiedene Sinneswahrnehmungen richtig verarbeitet und miteinander verknüpft werden. Gerade das Lesen und Schreiben stellt ein hohes Maß an visuellen Anforderungen dar.

Viele Kinder haben z.B. Defizite in der Blicksteuerung, d.h. beide Augen können beim Lesen nicht schnell genug immer wieder den gleichen Punkt fixieren und verfolgen. Unsere Augen machen ständig kleine Blicksprünge, um alles erfassen zu können. Läuft die Steuerung der Augen nicht parallel, so bedarf es einer enormen Anstrengung dieses Defizit auszugleichen. Gerade das Abschreiben von der Tafel, wo sich die Augen abwechselnd auf Fernsicht und Nahsicht einstellen müssen, erfordert von betroffenen Kindern eine extreme Konzentrationsleistung.

Zeichen von überanstrengtem Sehen sind häufiges Gähnen, das Reiben der Augen und Müdigkeit.

Lehrer bemerken dann häufig, dass Schüler Schwierigkeiten haben, etwas „richtig“ zu sehen. Eine augenärztliche Untersuchung führt häufig nicht zur Problemlösung.

Betroffene Kinder müssen bedingt durch die visuelle Wahrnehmungsstörung ein noch höheres Maß an mentaler Anstrengung erfüllen als dies sowieso schon von ihnen gefordert wird.

Hinzu kommt, dass sich ein Sinn nicht allein betrachten lässt. Unser sensomotorisches System baut darauf auf, dass alle Sinnesreize aufeinander abgestimmt sind. Der Gleichgewichtssinn muss mit den Augenstellungen koordiniert sein, damit wir nicht spiegelverkehrt schreiben oder Schwindel fühlen. Oft beobachte ich bei den Kindern in der Praxis, dass sie eine Über- oder Unterempfindlichkeit im Gleichgewicht haben.

Mögliche Ursachen von Lese- und Rechtschreibstörungen und Dyskalkulie können in der frühkindlichen Entwicklung des Kindes liegen.

In den ersten 18 Lebensmonaten entwickelt sich ein Baby vom liegenden Neugeborenen zum sitzenden, krabbelnden und schließlich stehenden und laufenden Kleinkind. Jede dieser Entwicklungsphasen ist wichtig, da sich das Kind in dieser Zeit bestimmte Körperhaltungen aneignet, wobei vielfältige sensorische Erfahrungen gemacht werden, die im Gehirn gespeichert und miteinander koordiniert werden. Die Feinabstimmung aller Entwicklungsschritte bildet die Basis für Kognition und damit für erfolgreiches Lernen.

An dieser Stelle setzt die Entwicklungs- und Lerntherapie nach PäPKi® an.

Nach präziser Diagnostik hat das Kind die Möglichkeit, sich nachträglich Bewegungsabläufe anzueignen, die es in seiner frühkindlichen Entwicklung versäumt hat, bzw. die nicht automatisiert wurden. Durch gezielte tägliche gymnastische Übungen wird eine nachträgliche Reifung und Stabilisierung des Bewegungsapparates sowie eine sensorische Integration erreicht.

Ziel dabei ist es, dass sich das Kind auf seine Wahrnehmung und auf seinen Körper verlassen kann und dieser ihm keine Streiche mehr spielt.

Warten Sie nicht zu lange, um Ihrem Kind zu helfen. Oft kann ein erstes Gespräch klären und zielgerichtet unterstützen.

One comment

  1. Inga

    Liebe Erika,

    ich weiß von meiner Heilpraktikerin, dass du auch Zwillinge hast. Unsere zweieiigen Zwillinge besuchen gemeinsam die 1. Klasse ( 16 Kinder, klicken Dorfschule), eine Trennung nicht möglich. Tina ist oft so wütend und verhält sich sehr auffällig ( bockig)
    Hast du einen Rat?

    Liebe Inga,
    es ist oft schwierig die Ursache der Wut des Kindes zu erfahren. Das etwas nicht stimmt, zeigt deine Tochter, da sie wütend ist.
    Leichter ist es für uns Eltern, ein paar Dinge anzusprechen und Beispiele vorzugeben wie z. B. Kann es sein, dass du so wütend bist, weil du in der Klasse von einem Kind geärgert wirst? – oder – Kann es sein, dass die Schule im Moment sehr anstrengend für dich ist?- oder – Kann es sein, dass du so wütend bist, weil du dich immer mit deiner Schwester vergleichst?
    Hast du den richtigen Grund benannt, wird deine Tochter reagieren.
    Dann geht es darum sie zu fragen, wie du ihr helfen kannst. Frage sie, kann ich etwas tun, damit die Wut weniger wird? – oder Kann die Lehrerin etwas ändern, damit die Wut weniger wird? – Oder was kannst du überhaupt machen, wenn du Wut fühlst?

    Nur durch Fragen kannst du deiner Tochter helfen.
    Ich hoffe, dass ich dir dadurch weiterhelfen konnte.
    Lieben Gruß
    Erika

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